an das Italiäniſche gewöhnten Ohren der Miſtreß Ha⸗ milton ſonderbar genug vorkam. Der Herzog von Elva⸗ ſton und ſein Sohn waren Direktoren des„Alten Con⸗ zertes“ und Beſchützer des ſogenannten„Liederklubbs“, und Händel, Purcell, Locke, Scarlati, Bach fanden immer Gnade vor ihren Ohren. Die modernſte, auf Ormeau geduldete Muſik war die anmuthige Melan⸗ cholie Mozarts, die Witze und Späſſe von Arne, die zärtliche Eintönigkeit von Cimaroſa.
Lady Coſſington ſang mit bewunderungswürdiger Stimme ein oder zwei Lieder Händels durch, worüber Ellen ſichtliches Wohlgefallen bezeugte, aber als der werthe Herzog, ſeine Söhne und zwei oder drei gewöhn⸗ liche Gäſte auf Ormeau zu Violinen und Violoncellen
griffen, und eine gut auswendig gelernte Symphonie
von Salomon ſtümpermäßig vortrugen, dachte ſie an ihre neapolitaniſchen Abende zurück, wo ein Donizetti, Bellini, Merkadante ſpielten. Ein Seufzer entfuhr ihr, welcher aus der Erinnerung an Perſonen, die mit ihr bei ſolchen mufikaliſchen Abenden geweſen waren, ſeinen Stoff für Traurigkeit zog.
Uebrigens war der Abend ein recht angenehmer. Im nahe gelegenen Zimmer war ein Tiſch für das Whiſtſpiel, damit in dem einen Zimmer die Muſiklieb⸗ haber ihr Weſen treiben, in dem andern die der Muſik Abgeneigten ſich unterreden konnten. Unter den letztern war auch der gute Oberſt, welchem es in der That ge⸗ lungen war, Sir Robert Maitland von ſeinem Lieb⸗ lingsgeſpräche, dem Geſpräche über Cabul und Doſt Muhamed, abzulenken. Die zwei Veteranen ſetzten ſich auf zwei altväteriſche Sitze, welche wahrſcheinlich Unter⸗ redungen über den Erbfolgekrieg und das Manöver von Dettingen mitgemacht hatten, um ſich uͤber den neuen Feldzug in Indien gegen einander auszulaſſen; und da nun der Oberſt einen Freund gefunden hatte, der mit ihm in ſeinem Unwillen gegen die Politik des Grafen Clanſawney übereinſtimmte, ſo mußte er doch ſeinen


