Augenblick ſchwer ankommen, eine Summe zu ſchaffen, welche für die Ausſtattung einer Marquiſin von Dartford unumgänglich nothwendig iſt.“
Dieſe ſchlimme Unterredung bereitete Miſtreß Hamlyn auf den Gang der Politik vor, welchen ihr Gemahl mit aller Beharrlichkeit verfolgen wollte, und deßhalb nahm es ſie nicht Wunder, als ſie hörte, daß für ſie eine ſchöne neue Chaiſe gebaut wurde, welche ſie in das Theater führen ſollte, wenn eine treffliche Oper gegeben werde, und daß bereits Veranſtaltungen getroffen wurden, um für die drei nächſtfolgenden Wochen Gäſte einladen zu können, welche zweimal in der Woche zu Cavendiſh⸗ Scquare ſpeiſen ſollten.
„Meine Theure! Sie ſind in der That die glück⸗ lichſte Dame auf Erden! Sie haben entſchieden das größte Kleinod an ihrem Gemahle,“ rief Lady Bondwell aus, die Frau eines mit Hamlyn wohlbekannten Ban⸗ kiers, welcher die Gewohnheit hatte, mit den Hamlyns in Schauſtellung von Pomp und Pracht zu wetteifern. „Geſtern war ich bei Storr und Mortimer und ich muß ſagen, Ihr neuer Weinabkühler iſt das vollkommenſte Ding, das ich jemals ſah! Ich könnte Sir Benjamin von jetzt an bis zum Tage des Gerichtes quälen, und doch will er mir Nichts der Art kaufen. Was gibt es, das Sie nicht bekommen? Wenn ich erfahren will, was wohl Neues in der Mode iſt, ſo eile ich nach Cavendiſh⸗ Square."
Das war gewiſſermaßen wahr; aber die Ueppigkeit, in welcher Frau Hamlyn leben mußte, war für ſie ein Gegenſtand von Sorge und Pein. Sie legte zwar den Bemerkungen, welche jüngſt ihr Gemahl in Bezug auf Geldverlegenheiten gegen ſie geäußert hatte, deßwegen keinen beſonders hohen Werth bei, weil der unvorſichtige Widerſpruch Henrys gegen ſeine Wünſche, von dem er unmittelbar zuvor geſprochen hatte, ihm ſchwer auf das Herz gefallen war, aber ſie hatte Grund, aus den er⸗ höhten Ausgaben, welche Herr Hamlyn täglich machte,


