Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1846)
Entstehung
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nicht ſo viel Werth als wenn ich mit offenen Armen am Platze ſelbſt wäre, um die arme Dame in einem Hauſe zu bewillkommen, von dem ſte wohl nicht dachte, daß ſie je daſſelbe beziehen werde. Zehen gegen Eines! Sie meldete mir ihre Ankunft und der Brief ging fehl. Man geht niemals ſicher mit Briefen aus dem Ausland. O die arme Ellen! es iſt in der That hart für ſie, aber immer noch härter für mich.“

Doktor Markham ſchloß aus dem Wechſel der Ge⸗ fühle bei dem alten Edelmann augenblicklich, daß ihm der Gedanke an ſein Zuſammentreffen mit der Wittwe ſeines zuletzt verſtorbenen Sohnes große Anfechtung verurſache.

Während der ganzen Heimreiſe, welche hauptſäch⸗ lich auf der Eiſenbahn gemacht wurde, war der Oberſt durchaus nicht mehr ſo unterhaltend und geſprächig wie gewöhnlich, ſondern ſchwieg beinahe die ganze Zeit über. Seine Gedanken waren vollkommen im Gebiete der Vergangenheit. Er war wieder zu Ghazerapore, und erhielt den erſten Brief von ſeinem Sohne, in welchem er ihm ſein unglückſeliges Liebesverhältniß meldete. Er hörte den milden Reden und Bitten ſeiner Frau zu Gunſten ſeines Sohnes zu. Er war mit Marie allein, und ſie mit ihm. Düſtere Geſtalten in orientaliſchem Gewande tauchten aus dem Hintergrunde hervor. Bal⸗ ſamiſche Düfte tropiſcher Pflanzen wehten in der Luft. Er war wieder von ſeinem Vaterlande entfernt, wieder

Gatte, wieder Vater, und ſeine Entfernung vom Vater⸗

lande machte ihm keinen Kummer, weil er Gatte und Vater war.

Nachdem dieſe ergreifenden Scenen vor dem Auge ſeines Geiſtes vorübergezogen waren, brachen unwill⸗ kührlich ſchwere Seufzer aus ſeiner Bruſt hervor; ſo tief war der alte Mann durch tauſend zärtliche Erinnerungen von Liebe, durch tauſend kummervolle Vorſtellungen, welche mit dem Namen von Ellen Sommerton in Ver⸗ bindung ſtanden, ergriffen.

Die Bankiersfrau. I. 20