Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1846)
Entstehung
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wenn ſie einmal angefangen iſt, reift bald zur Freund⸗ ſchaft heran, und Freundſchaft, wenn ſie einmal zeitig iſt, reift fort und trägt weitere Früchte, ein Erbtheil von Geſchlecht zu Geſchlecht.“

„Um ſo beſſer für Leute, welche Geduld haben, ſo lange zu warten. Aber mein Herz, theuerſte Dame! iſt keiner Aloe gleich, welche hundert Jahre braucht, bis ſie eine Blüthe erhält, und ich habe auf meine Koſten gelernt, daß es um einen Winter in London, welchen wir(ſo weit gehen wir) in Indien für das höchſte Gut menſchlicher Geſellſchaftlichkeit halten, ein ſo angenehmes Ding iſt, als um die Stelle eines Richters, zweitauſend Meilen von einer Stadt entfernt, oder um einen ein⸗ ſamen Militärpoſten in den Ghauts.“⸗

„Den Winter hält man allgemein in London für eine ungeſellige Jahreszeit,“ erwiederte Frau Hamlyn

ruhig.„Die meiſten Leute, welche Familienſitze haben,

bringen ihre Weihnachten auf dem Lande zu. Das iſt der erſte Winter ſeit zehen Jahren, den ich in der Stadt zubringe.“

„Und wie kommt es, daß Sie ihn hier zubringen?“ fragte der ausforſchende alte Edelmann.

Frau Hamlyn nahm geſchwind it Scheere zur Hand und höorte nicht. Der Oberſt, welcher ſelten Fra⸗ gen machte, ausgenommen in der Abſicht, Auskunft zu erhalten, wiederholte ſeine Frage.

Die Lady, ſo zu einer unangenehmen Erörterung gezwungen, erwiederte:„So viel ich glaube, dachte Herr Hamlyn, Sie könnten Langeweile bekommen, wenn

Sie, ohne eine einzige Familie von Ihrer Bekanntſchaft

in der Stadt allein gelaſſen wurden.“

Die Freude einer dankbaren Ueberzeugung glänzte

in Oberſt Hamiltons Auge, als er erwiederte:„So thut

Ihr denn alſo alle um meinetwillen Buße in London?

Das war von Hamlyns Seite äußerſt gütig gedacht,“

fügte er nach der Pauſe einer augenblicklichen Betrach⸗

tung hinzu.