In der That wuͤßt' ich auch nicht, was uns
Beſuchen beyeunſern reichen Nachbar und
rung ſchwatzte. Aus dieſem Grunde war es kaum 8 ein Jahr, daß ich mich examiniren laſſen, als ich
ſchon ernſtlich aufs Beweiben bedacht war, und mir eine Frau ausſuchte, wie ſie ihren Braut⸗ rock, nicht nach einer feinen gleiſſenden Ober⸗ flaͤche, ſondern nach Eigenſchaften, welche auf die Dauer waͤren. Ich muß ihr die Gerechtig⸗ 5
keit wiederfahren laſſen, daß ſie ein Maͤdchen von recht gutem Gemuͤthe war, und was ihre Erziehung anbelangt, ſo wuͤßte ich wenig Frauen⸗ zimmer vom Lande, die eine beſſre haͤtten. Sie konnte jedes Buch in ihrer Mutterſprache leſen, 4 ohne eben oft buchſtabieren zu duͤrfen; im Kochen, Brauen, Backen, Pekeln und Eigmachen aber ſuchte ſie ihres Gleichen. Sie wußte ſich auch nicht wenig damit, daß ſie die Haushaltung aus dem Grunde verſtuͤnde; ob ich gleichwohl niemals finden konnte, daß wir bey aller ihrer Haushaltungskunſt reicher wuͤrden.
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Bey alledem liebten wir einander recht herz⸗ lich, und unſre Liebe nahm mit den Jahren zu⸗ auf die Welt, oder auf einander haͤtte boͤſe machen koͤnnen. Wir hatten ein nettes Haus, belegen in einer ſchonen Gegend und in einer guten Nachbarſchaft. Das Jahr lief rund bey morliſchem oder ländlichem Zeitvertreib;


