Teil eines Werkes 
3. Bd. (1816) Werke
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Ich nehm' es an, verſetzte ſie, und machte eine Be⸗ wegung mit ihrer Rechten, ſo daß er glaubte, ſie wurde die ſeine faſſen; aber ſchnell fuhr ſie in die Taſche, riß den Dolch blitzgeſchwind heraus, und fuhr mit Spitze und Schneide ihm raſch uͤber die Hand weg. Er zog ſie

ſchnell zuruͤck, aber ſchon lief das Blut herunter.

Man muß euch Maͤnner ſcharf zeichnen, wenn ihr merken ſollt, rief ſie mit einer wilden Heiterkeit aus, die bald in eine haſtige Geſchaͤftigkeit uͤberging. Sie nahm ihr Schnupftuch und umwickelte ſeine Hand damit, um das erſte hervordringende Blut zu ſtillen. Verzeihen Sie einer Halbwahnſinnigen, rief ſie aus, und laſſen Sie ſich dieſe Tropfen Bluts nicht reuen. Ich bin verſoͤhnt, ich bin wieder bey mir ſelber. Auf meinen Knieen will ich

Abbitte thun; laſſen Sie mir den Troſt, Sie zu heilen.

Sie eilte nach ihrem Schranke, holte Leinwand und einiges Geraͤth, ſtillte das Blut, und beſah die Wunde ſorgfaͤltig. Der Schnitt ging durch den Ballen gerade unter dem Daumen, theilte die Lebenslinie, und lief ge⸗ gen den kleinen Finger aus. Sie verband ihn ſtill, und mit einer nachdenklichen Bedeutſamkeit in ſich gekehrt.

Er fragte einigemal: Beſte, wie konnten Sie Ihren

Freund verletzen? Still, erwiederte ſie, indem ſie den Finger auf den

Mund legte: ſtill!