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ſem Zuſtande hatte ihm Serlo den Antrag gethan, und ſeine Wünſche, ſeine Neigung, ſein Zutrauen auf ein an⸗ gebornes Talent, und ſeine Verpflichtung gegen die huͤlf⸗ loſe Geſellſchaft wieder rege gemacht.
Da ſteh' ich nun, ſagte er zu ſich ſelbſt, abermals am Scheidewege zwiſchen den beyden Frauen, die mir in meiner Jugend erſchienen. Die eine ſieht nicht mehr ſo kummerlich aus, wie damals, und die andere nicht ſo praͤchtig. Der einen wie der andern zu folgen fuͤhlſt du eine Art von innerm Beruf, und von beyden Seiten ſind die aͤußern Anlaͤſſe ſtark genug; es ſcheint dir un⸗ moͤglich, dich zu entſcheiden; du wuͤnſcheſt, daß irgend ein Uebergewicht von Außen deine Wahl beſtimmen möge, und doch, wenn du dich recht unterſuchſt, ſo ſind es nur äußere Umſtaͤnde, die dir eine Neigung zu Ge⸗ werb, Erwerb und Beſitz einflößen, aber dein innerſtes Beduͤrfniß erzeugt und naͤhrt den Wunſch, die Anla⸗ gen, die in dir zum Guten und Schönen ruhen mö⸗ gen, ſie ſeyen koͤrperlich oder geiſtig, immer mehr zu entwickeln und auszubilden. Und muß ich nicht das Schickſal verehren, das mich ohne mein Zuthun hierher
an das Ziel aller meiner Wünſche fuhrt? Geſchieht
nicht Alles, was ich mir ehemals ausgedacht und vor⸗ geſetzt, nun zufaͤllig ohne mein Mitwirken? Sonderbar genug! Der Menſch ſcheint mit nichts vertrauter zu ſeyn als mit ſeinen Hoffnungen und Wuͤnſchen, die er lange im Herzen naͤhrt und bewahrt, und doch, wenn


