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Serlo eroͤffnete ihm darauf, unter dem Siegel der Verſchwiegenheit, ſeine Lage: wie ſein erſter Liebhaber Miene mache, ihn bey der Erneuerung des Kontracts zu ſteigern, und wie er nicht geſinnt ſey, ihm nachzu⸗ geben, beſonders da die Gunſt des Publikums gegen ihn ſo groß nicht mehr ſey. Lieſſe er dieſen gehen, ſo wuͤrde ſein ganzer Anhang ihm folgen, wodurch denn die Geſellſchaft einige gute, aber auch einige mittelmaͤßige Glieder verloͤre. Hierauf zeigte er Wilhelmen, was er dagegen an ihm, an Laertes, dem alten Polterer und ſelbſt an Frau Melina zu gewinnen hoffe. Ja, er ver⸗ ſprach dem armen Pedanten als Juden, Miniſter, und uͤberhaupt als Boͤſewichte einen entſchiedenen Beyfall zu verſchaffen. 3
Wilhelm ſtutzte, und vernahm den Vortrag nicht ohne Unruhe, und nur, um etwas zu ſagen, verſetzte er, nach⸗ dem er tief Athem geholt hatte: Sie ſprechen auf eine ſehr freundliche Weiſe nur von dem Guten, was Sie an uns
finden und von uns hoffen; wie ſieht es denn aber mit
den ſchwachen Seiten aus, die Ihrem Scharfſinne gewiß nicht entgangen ſind?
Die wollen wir bald durch Fleiß, Uebung und Nach⸗ denken zu ſtarken Seiten machen, verſetzte Serlo. Es iſt unter euch Allen, die ihr denn doch nur Natura⸗ liſten und Pfuſcher ſeyd, Keiner, der nicht mehr oder weniger Hoffnung von ſich gaͤbe: denn ſo viel ich Alle


