Teil eines Werkes 
3. Bd. (1816) Werke
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Achtzehntes Capitel.

Nicht ohne das groͤßte Intereſſe vernahm er ſtuͤck⸗

weiſe den Lebenslauf Serlo's: denn es war nicht die

Art dieſes ſeltnen Mannes, vertraulich zu ſeyn, und uͤber irgend etwas im Zuſammenhange zu ſprechen. Er war, man darf ſagen, auf dem Theater geboren und geſaͤugt. Schon als ſtummes Kind muſſte er durch ſeine bloße Gegenwart die Zuſchauer ruͤhren, weil auch ſchon da⸗ mals die Verfaſſer dieſe natuͤrlichen und unſchuldigen Huͤlfsmittel kannten, und fein erſtes: Vater und Mut⸗ ter, brachte in beliebten Stuͤcken ihm ſchon den groͤßten Beyfall zuwege, ehe er wuſſte, was das Haͤndeklatſchen bedeute. Als Amor kam er, zitternd, mehr als ein⸗ mal, im Flugwerke herunter, entwickelte ſich als Har⸗ lekin aus dem Ey, und machte als kleiner Eſſenkehrer ſchon fruͤh die artigſten Streiche.

Leider muſſte er den Beyfall, den er an glänzenden Abenden erhielt, in den Zwiſchenzeiten ſehr theuer be⸗ zahlen. Sein Vater, uͤberzeugt, daß nur durch Schlaͤge die Aufmerkſamkeit der Kinder erregt und feſtgehalten werden könne, pruüͤgelte ihn beym Einſtudieren einer jeden Rolle zu abgemeſſenen Zeiten; nicht, weil das