Teil eines Werkes 
3. Bd. (1816) Werke
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In dieſer Verlegenheit kamen die Kenntniſſe ſeines Freundes Laertes ihm gut zu Statten. Die Gewohnheit hatte beyde jungen Leute, ſo unaͤhnlich ſie ſich waren, zuſammen verbunden, und jener war, bey allen ſeinen Fehlern, mit ſeinen Sonderbarkeiten wirklich ein in⸗ tereſſanter Menſch. Mit einer heitern gluͤcklichen Sinn⸗ lichkeit begabt, haͤtte er alt werden koͤnnen, ohne uͤber ſeinen Zuſtand irgend nachzudenken. Nun hatte ihm aber ſein Ungluͤck und ſeine Krankheit das reine Ge⸗ fuͤhl der Jugend geraubt, und ihm dagegen einen Blick auf die Vergänglichkeit, auf das Zerſtuͤckelte unſers Daſeyns eroͤffnet. Daraus war eine launigte, rhapſo⸗ diſche Art uͤber die Gegenſtaͤnde zu denken, oder viel⸗ mehr ihre unmittelbaren Eindruͤcke zu aͤußern, entſtan⸗ den. Er war nicht gern allein, trieb ſich auf allen Kaffehaͤuſern, an allen Wirthstiſchen herum, und wenn er ja zu Hauſe blieb, waren Reiſebeſchreibungen ſeine liebſte, ja ſeine einzige Lektuͤre. Dieſe konnte er nun, da er eine große Leihbibliothek fand, nach Wunſch

befriedigen, und bald ſpukte die halbe Welt in ſeinem

guten Gedaͤchtniſſe.

Wie leicht konnte er daher ſeinem Freunde Muth einſprechen, als dieſer ihm den voͤlligen Mangel an Vorrath zu der von ihm ſo feyerlich verſprochenen Relation entdeckte. Da wollen wir ein Kunſtſtuͤck machen ſagte jener, das ſeines gleichen nicht hahen ſoll.

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