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lebhafte Maͤdchen. Sie gaben mir micht undeutlich zu
verſtehen, daß meine Pflicht ſey, die Empfindungen, die ich in ihnen rege gemacht, auch perſoͤnlich mit ihnen zu theilen. Leider war das nicht meine Sache; ich wuͤnſchte ihre Gemuͤther zu erheben, aber an das, was ſie ihr Herz nannten, hatte ich nicht den mindeſten An⸗ ſpruch; und nun wurden mir alle Staͤnde, Alter und Charaktere, einer um den andern, zur Laſt, und nichts war mir verdrießlicher, als daß ich mich nicht, wie ein anderes ehrliches Maͤdchen, in mein Zimmer verſchließen, und ſo mir manche Muͤhe erſparen konnte.
Die Maͤnner zeigten ſich meiſt, wie ich ſie bey mei⸗
ner Tante zu ſehen gewohnt war, und ſie wuͤrden mir
auch dießmal nur wieder Abſcheu erregt haben, wenn mich nicht ihre Eigenheiten und Albernheiten unterhal⸗ ten haͤtten. Da ich nicht vermeiden konnte, ſie bald auf dem Theater, bald an oͤffentlichen Orten, bald zu
Hauſe zu ſehen, nahm ich mir vor, ſie alle auszu⸗
lauern, und mein Bruder half mir wacker dazu. Und wenn Sie denken, daß vom beweglichen Ladendiener und dem eingebildeten Kaufmannsſohn, bis zum gewandten
abwiegenden Weltmann, dem kuͤhnen Soldaten und dem raſchen Prinzen, alle nach und nach, bey mir vorbey
gegangen ſind, und jeder nach ſeiner Art ſeinen Roman
anzuknuͤpfen gedachte; ſo werden Sie mir verzeihen, wenn ich mir einbildete, mit meiner Nation ziemlich be⸗
kannt zu ſeyn.


