Teil eines Werkes 
3. Bd. (1816) Werke
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langen; aber die Fuͤlle des Herzens kann uns Niemand geben. Sind Sie zum Kuͤnſtler beſtimmt; ſo koͤnnen Sie dieſe Dunkelheit und Unſchuld nicht lange genug bewahren; ſie iſt die ſchoͤne Huͤlle uüber der jungen Knoſpe; Unglucks genug, wenn wir zu fruͤh herausgetrieben wer⸗ den. Gewfß es iſt gut, wenn wir die nicht immer ken⸗ nen, fuͤr die wir arbeiten.

O! ich war auch einmal in dieſem gluͤcklichen Zu⸗ ſtande, als ich mit dem hoͤchſten Begriff von mir ſelbſt und meiner Nation die Buͤhne betrat. Was waren die Deutſchen nicht in meiner Einbildung, was konnten ſie nicht ſeyn! Zu dieſer Nation ſprach ich, uͤber die mich ein kleines Geruͤſt erhob, von welcher mich eine Reihe Lampen trennte, deren Glanz und Dampf mich hinderte, die Gegenſtaͤnde vor mir genau zu unterſcheiden. Wie willkommen war mir der Klang des Beyfalls, der aus der Menge herauf toͤnte; wie dankbar nahm ich das Ge⸗ ſchenk an, das mir einſtimmig von ſo vielen Haͤnden

dargebracht wurde! Lange wiegte ich mich ſo hin; wie

ich wirkte, wirkte die Menge wieder auf mich zuruck; ich war mit meinem Publikum in dem beſten Verneh⸗ men; ich glaubte eine vollkommene Harmonie zu fuͤhlen, und jederzeit die Edelſten und Beſten der Nation vor mir zu ſehen.

Ungluͤcklicherweiſe war es nicht die Schauſpielerin allein, deren Naturell und Kunſt die Theaterfreunde

intereſſirte, ſie machten auch Anſpruche an das junge