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gluͤckliche Bruder geſtoͤrt hat, fiel ſie ein, als Wilhelm einige Fragen uber den ſonderbaren Streit vorbrachte. Ich muß Ihre Schilderung Opheliens wohl gelten laſſen, fuhr ſie fort: ich will die Abſicht des Dichters nicht verkennen; nur kann ich ſie mehr bedauern, als mit ihr empfinden. Nun aber erlauben Sie mir eine Betrachtung, zu der Sie mir in der kurzen Zeit oft Gelegenheit gegeben haben. Mit Bewunderung bemerke ich an Ihnen den tiefen und richtigen Blick, mit dem Sie Dichtung und beſonders dramatiſche Dichtung be⸗ urtheilen; die tiefſten Abgruͤnde der Erfindung ſind Ih⸗ nen nicht verborgen, und die feinſten Zuͤge der Aus⸗ fuͤhrung ſind Ihnen bemerkbar. Ohne die Gegenſtände jemals in der Natur erblickt zu haben, erkennen Sie die Wahrheit im Bilde; es ſcheint eine Vorempfindung der ganzen Welt in Ihnen zu liegen, welche durch die har⸗ moniſche Beruͤhrung der Dichtkunſt erregt und entwickelt wird. Denn wahrhaftig, fuhr ſie fort, von außen
kommt nichts in Sie hinein; ich habe nicht leicht Je⸗
manden geſehen, der die Menſchen, mit denen er lebt, ſo wenig kennt, ſo von Grund aus verkennt, wie Sie. Erlauben Gie mir, es zu ſagen: wenn man Sie Ihren Shakeſpear erklaͤren hoͤrt, glaubt man, Sie kaͤmen eben aus dem Rathe der Goͤtter, und haͤtten zugehoͤrt, wie man ſich daſelbſt beredet, Menſchen zu bilden; wenn Sie dagegen mit Leuten umgehen, ſeh' ich in Ihnen gleich das erſte, groß geborne Kind der Schoͤpfung,
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