Teil eines Werkes 
3. Bd. (1816) Werke
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Drihtes Capilel.

Wenn die erſte Liebe, wie ich allgemein behaupten hoͤre, das Schoͤnſte iſt, was ein Herz fruͤher oder ſpaͤter empfinden kann; ſo muͤſſen wir unſern Helden dreyfach gluͤcklich preiſen, daß ihm gegoͤnnt ward, die Wonne dieſer einzigen Augenblicke in ihrem ganzen Umfange zu

genießen. Nur wenig Menſchen werden ſo vorzuͤglich,

beguͤnſtigt, indeß die meiſten von ihren fruͤhern Empfin⸗ dungen nur durch eine harte Schule gefuͤhrt werden, in welcher ſie, nach einem kuͤmmerlichen Genuß, gezwun⸗ gen ſind, ihren beſten Wuͤnſchen entſagen, und das, was ihnen als hoͤchſte Gluͤckſeligkeit vorſchwebte, fuͤr immer entbehren zu lernen.

Auf den Fluͤgeln der Einbildungskraft hatte ſich Wil⸗ helms Begierde zu dem reizenden Maͤdchen erhoben; nach einem kurzen Umgange hatte er ihre Neigungen gewon⸗ nen, er fand ſich im Beſitz einer Perſon, die er ſo ſehr liebte, ja verehrte: denn ſie war ihm zuerſt in dem guͤn⸗

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ſtigen Lichte theatraliſcher Vorſtellung erſchienen, und

ſeine Leidenſchaft zur Buhne verband ſich mit der erſten Liebe zu einem weiblichen Geſchoͤpfe. Seine Jugend ließ ihn reiche Freuden genießen, die von einer lebhaften