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Und im Palaſte der Könige, wie im Dachſtübchen des Aermſten, überall wurden Feſte gefeiert— wärmer drückte der heimkehrende Krieger Weib und Kind an's Herz, theurer als je ward ihm der heimiſche Heerd, den er mit ſeinem Blute geſchirmt.
Wohl wallte manche trauernde Geſtalt geſenkten Hauptes zwiſchen all den Frohen dahin, aber wenn auch die Thräne noch ſo heiß niederſtürzte, ſo ward doch empfunden, daß heute das ſchwarze Gewand nicht nur der Trauer, auch dem Preiſe der Theuren galt, daß die brennenden Schmerzen der Wittwe, der Waiſe nicht vergebens durchgerungen wurden, daß ſich der
Phönix Friede aus der Aſche der Geliebten emporge⸗
ſchwungen. Dem Boden, welchen ſie mit ihrem Blute gedüngt, war ſtolze Saat entſproſſen! Um Süd und Nord, von der Oſtſee bis zur Alpe, ſpannte der alte deutſche Volksgeiſt kraftvoll den liebenden Arm, alles Getrennte vereinend, auch die lang entriſſenen Stamm⸗ genoſſen trotz ihres ſpröden Abwendens mit dem Be⸗ wußtſein an ſich ziehend, daß über allem Gewöhnen und Entwöhnen das treue vaterländiſche Herz mit ſei⸗ nem ewigen Beſttzrechte ſteht.
Die Glocken, welche das Dankfeſt des 18. Juni eingeläutet, bedeuteten einem glücklichen Paare doppelte Feier. Vor demſelben blumengeſchmückten Altar, von


