Teil eines Werkes 
5. Bd. (1876)
Entstehung
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Eben war der Geiſtliche angelangt und ſchritt freund⸗ lich grüßend der Hinterwand entgegen, um von dort aus kurze, ſchlichte Worte an die lauſchenden Krieger

zu richten. Es waren nur wenige Sätze und Gedan⸗-

ken und ſie fanden den einfachſten Ausdruck dennoch wurden faſt Aller Augen feucht beim Hinweis auf den Gott der Schlachten, der manchen guten Cameraden bereits in ſein himmliſches Reich genommen, der Allen, die ſich hier zur ſchönſten heimathlichen Feier vereint, die hohe Gabe des Lichtes und des Lebens bewahrt; bei der Erinnerung an die Cameraden im Feindeslande, welche vielleicht in demſelben Augenblick ſtritten um Leben und Tod, denen keine Weihnachtskerzen friedlich leuchteten wie hier! Lautlos ſtand Jeder, bis der Geiſtliche ſich am Schluß ſeiner herzerhebenden Worte dem in ſeiner Nähe aufgeſtellten Pianino zuwandte, mit feſtem Griff einige Accorde anſchlug und dann mit bewegtem Tone das Weihnachtslied anſtimmte: O, du heilige, o du ſelige, wonnevolle Weihnachts⸗ zeit!

Wie zurückgedämmte, entfeſſelte Fluth unaufhalt⸗ ſam hervorbricht, ſtrömte, brauſte der Chorgeſang gleich⸗ zeitig aus allen Kehlen und füllte den weiten Saal. Für einen Moment that ſich der Himmel auf, Weihnachtskerzen ſtrahlten überirdiſ ches Licht aus, höe