191
Mtt einem Seufzer, der aus dem Grunde der Seele kommt, ſchwingt ſich der Offizier aufs Pferd und reitet in geſtrecktem Laufe weiter.
Im nächſten Augenblicke dröhnt es von Neuem auf; der Befehl zur Beſchießung der Feſtung war an die vor den Höhen ſtehenden baieriſchen Batterien ge⸗ langt. Zündend fliegen die Granaten auf Wälle und Straßen, Alles zerſtückelnd, zertrümmernd. Jetzt lo⸗ dort ein mit Stroh gefülltes Magazin hoch auf; zu⸗ gleich mit der aus dunkelm Rauchwirbel aufſchlagenden Flamme erhebt ſich auf dem Walle der Feſtung die weiße Fahne.
Wie der Sturmwind von Wipfel zu Wipfel über den Wald hinfährt, brauſte bei dieſem Anblick aus hunderttauſend Kehlen ein donnerndes Hurrah! Jauch⸗ zen und Springen, Mützenſchwenken und Helmeheben, Hochrufe für König und Vaterland blitzten, zündeten geich einem Lauffeuer durch alle Bataillone und Schwa⸗ dronen! Als Eckhardt bei ſeinem Regiment anlangte, ritt eben deſſen Commandeur vor die Front. Auf einmal wurde es todtenſtill; in kurzen, begeiſternden Worten forderte der Oberſt ſeine Truppen zum Danke
gegen Gott auf. Wie durch ſympathiſche Uebereinkunft ſtimmten beide Chöre der Brigade auf denſelben Tact⸗
ſchlag den Choral an:„Nun danket Alle Gott!“ und


