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Unterthanen: daß er ſie alle von Eid und Pflicht ent⸗ binde, ihrem Landesherrn Gehorſam und Abgaben zu leiſten.
So ſehr aber auch Baiern eine Wiederkehr aller Schrecken des dreißigjährigen Krieges befürchtete deſſen Erinnerung dem Lande nicht erloſchen war, und vor einer dunkeln Zukunft bangte, verachtete das treue Volk ſolche Aufforderung zum Meineid. War auch durch aus⸗ ländiſchen Einfluß ſeit geraumer Zeit eine Leichtfertig⸗ keit des Tones und der Sitten an den Höfen heimiſch geworden, die weichlichen mitunter knechtiſchen Sinn zur Folge hatte, ſo war unter den Reihen der Bürger⸗ ſchaft und des Landvolkes doch nirgend das ehrliche, altdeutſche Gemüth und Weſen geſchädigt. Kein Schick⸗ ſal konnte das Volk zwingen, Gottes und ihres Fürſten zu vergeſſen. Dies Bewußtſein verlieh Maximilian Emanuel das hohe Vertrauen deſſen er bedurfte um auf der betretenen ſteilen Bahn vorwärts zu ſchreiten.
Er wußte, das Wort jenes gefangenen Hauptmanns,
dem der Markgraf von Ansbach Abfall vom Kaiſer vorgeworfen:„Der Kurfürſt iſt mein Herr, ihm danke ich meine Ehre. Ich bin ein Baier!“ galt für alle ſeine Unterthanen.
Daß dieſe Ueberzeugung ihn nicht trog, erwies ſich auch heute durch tauſendfachen Zuruf des, in den
Godin, Frauenliebe und Leben. V. 2


