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wenigen Tagen ſeinen Geiſt aushauchte. Verzweifelnd flehte der Vater am Sterbelager ſeines Lieblings: „Nimm mich aus der Welt, Gott, und erhalte meinen Sohn!“ Er hatte umſonſt gefleht. Das Glück ſeines Herzens, die Wonne ſeines Lebens war dahin— dahin zugleich alle ſtolzen Träume von Macht und Größe.
Wie mit einem Schlage war jählings Alles rings verwandelt, Spanien verloren, der Erwerb der Nieder⸗ lande in Frage geſtellt, Kaiſer Leopold zu unverſöhn⸗ lichem Haß gereizt, und im eigenen Erblande eine Ber⸗ geslaſt von Schulden gehäuft.
Der Tod des erwählten Thronerben entflammte neue Kämpfe der Hofparteien, in welchen Frankreich ſiegte; es gewann dem ſterbenden Könige von Spanien ein Vermächtniß zu Gunſten des Herzogs von Anjou ab, der ſofort nach Eintritt von Karls II. Tode nach Madrid eilte, während franzöſiſche Schiffe und Kriegs⸗ völker Häfen und Küſten Spaniens anfüllten. Zugleich ſandte Ludwig XIV. einen Geſandten an Max Ema⸗ nuel, um den, ſowohl als Statthalter der Niederlande, als durch ſeine Stellung in Süddeutſchland einfluß⸗ reichen Kurfürſten zum Bündniß gegen Oeſterreichs bis jetzt nur als Drohung und durch Rüſtungen auftretende Anſprüche zu gewinnen. Gedrückt von Leopold's feind⸗ ſeliger, öffentlich dargelegter Stimmung, von der eigenen


