Teil eines Werkes 
5. Bd. (1876)
Entstehung
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gewählt, hatte ſich dieſer in geheimem Vertrag verpflichtet, für die Nachkommen ſeiner Gemahlin zu Gunſten des öſterreichiſchen Manneszweiges auf Spaniens Erbfolge zu verzichten. Jetzt ſah der Kaiſer, welcher für ſeinen Sohn Karl auf Spanien und Indien gerechnet, dies Wort gebrochen, und klagte den Kurfürſten in hohem Zorn ſchwerer Treuloſigkeit an.

Max Emannuel rechtfertigte den Bruch dieſes Ne⸗ benvertrages mit dem Erweis, daß der Kaiſer die Pakta des zwiſchen Beiden ausgefertigten Hauptvertrages nicht gehalten, ihm ſeit vierzehn Jahren weder das Heirathsgut ſeiner Gemahlin, noch einen Erſatz für die zahlloſen Opfer an Gut und Blut zugeſtellt habe, welche Baiern für das Haus Habsburg und deſſen Größe gebracht, und er ſich darum weder für gebunden noch verpflichtet erachte, ſeinem eigenen Kinde eine Krone

vom Haupt zu reißen, welche der freie Wille des Erb⸗

laſſers demſelben zugeſprochen..

Bitterſte Feindſchaft war die Folge. Das unſchul⸗ dige Haupt, um deſſentwillen grimmiger Haß entloderte, ſollte deſſen Frucht aber nicht erndten.

Schon lag eine ſtattliche Flotte von Kriegsſchiffen ſegelfertig vor Amſterdam, um den jungen Fürſten von Aſturien an die ſpaniſche Küſte zu führen, als das zarte, eben ſechsjährige Kind erkrankte, und ſchon nach