12
Spitze der Hilfsvölker zur Rettung Savoyens nach Italien ziehend, hatte ſtete Geſchäftigkeit und glänzende Tapferkeit, von äußerem Glanz und Reichthum gehoben, Maximilians Ruf und Ruhm im Lager ſowohl als an den Höfen weit verbreitet und befeſtigt. In Venedig
trafen ihn die Boten des Königs Karl II. von Spa⸗
nien, der ihm die Statthalterſchaft der Niederlande übertrug. War dies auch nur glänzende Bedienung im Sold eines fremden Königs, ſo zögerte doch der feu⸗
rige, tief ehrgeizige Kurfürſt keinen Augenblick ſie an⸗
zunehmen, denn ſchon ſah er ſich im Geiſt als einzigen Erben der ſpaniſchen Krone und Herrſcher beider In⸗ dien, wozu ihm die niederländiſche Statthalterſchaft nur als erſte, ſichere Stufe erſchien. Der bald darauf erfolgende Verluſt ſeiner Gemahlin erſchütterte dieſe Hoffnung keineswegs, denn ſie hinterließ ihm einen Sohn, deſſen Wiege alle Träume ſeines Ehrgeizes, und jeder Wahrſcheinlichkeit nach, das Schickſal der Bewohner dreier Welttheile umſchloß.
Wie unzerreißbar ſchienen damals die Bande, welche Max Emanuel mit Oeſterreich verknüpften, und dennoch ſtand er heute demſelben Oeſterreich in Waffen und erbitterter Geſinnung gegenüber!
Von jener Wiege, worin den Wittelsbachern eine Weltſtellung höchſter Ordnung ſchlummerte, ging das


