4
gedehnten Schloſſes innerhalb mit einander verbanden. Nachdem die Sonne geſunken, wurden die Gäſte in den herrlichen Saal der Alterthümer geleitet, der an einen dieſer Gärten ſtieß, und bei ſeiner hohen Wöl⸗ bung eben ſo erfriſchende Kühle bot, als die Sommer⸗ nacht draußen. Die Schildereien von de Witte's ſinni⸗ gem Pinſel, welche von der Wölbung niederlächelten, Bruſtbilder denkwürdiger Männer vergangener Zeiten, die, von koſtbaren Verzierungen und mancherlei Kunſt⸗ werken umgeben, die Wände ſchmückten, bildeten in ihrer Pracht doch nur eine Folie für all' die glänzenden Ge⸗ ſtalten, welche in voller Lebensfriſche durch den weiten Saal wogten. Gold und Silber blitzte, leuchtende Far⸗ ben ſchimmerten an der koſtbaren Gewandung der Ca⸗ valiere und Edeldamen, die hier des Zeichens zum Auf⸗ bruch nach den oberen Räumen harrten, wo der Ball ſtattfinden ſollte. Plaudernde Paare durchwallten den Saal, oder vereinten ſich zu Gruppen, aus denen Scherzwort und zierliche Rede erklang, während ſich die ritterliche Geſtalt des Kurfürſten bald hier, bald dort zeigte, und, wohin er ſich auch wandte, hellen Sonnenſchein auf den Zügen der Angeredeten zu⸗ rückließ.
Ein junger Mann von ausgezeichneter Erſcheinung ſchien von der allgemeinen Heiterkeit nicht berührt. Er


