Teil eines Werkes 
3. Bd. (1876)
Entstehung
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gedrückt.Auch ich will Dir offen ſein, wie Du es mir warſt, und Dir nicht verbergen, daß ich jahrelang Deiner gedacht habe, als Eines, der nicht vergeſſen werden kann. Ich habe den Willen gehabt, Dich aus meiner Seele zu löſchen, denn es wollte mir nicht in den Sinn, verſchmäht zu ſein, aber ich vermochte es nicht. Vielleicht wollte ich es auch nicht ernſtlich Dein Bild, das Bild des Knaben, an den meine lieb⸗ ſten Erinnerungen ſich knüpfen, hängt noch heute in meinem Schlafzimmer. Daß Du meiner noch gedäch⸗ teſt, glaubte ich längſt nicht mehr. Du haſt es doch gethan, und haſt nicht aufgehört, mir gut zu ſein. Das Alles iſt verſcherzt Du kamſt und nun gehſt Du wieder! Ich darf Dich nicht halten, denn ich ver⸗ mag das Bild deſſen, der zwiſchen uns ſteht, ſo wenig aus meiner Seele zu bannen, als das Deine. So leb' denn wohl, und Gott behüte Dich!

Mit ſtarkem Druck faßte ſie Richard's Hand, ſah ihn einen Augenblick mit den lieben, ſchönen Augen an, und wandte ſich dann raſch, um von ihm zu gehen. Er hielt ſie nicht zurück, doch folgte er ihr in kurzer Entfernung, bis ſie in der Thür des Hauſes ihrer Verwandten verſchwand.