Teil eines Werkes 
3. Bd. (1876)
Entstehung
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die ſchattige Nußbaum⸗Allee entlang, und bog in die Anlagen, die ſich um die Stadt ziehen. Es war ſehr kühl, die Zeit der Spaziergänger vorüber; nur hier und da erſchien ein verſpäteter Wanderer, der auf ärztliche Verordnung nach beendigten Bureauſtunden ſeine vorſchriftsmäßlige Promenade abmachte.

Müde an Leib und Seele ließ Martha ſich auf einer von Pappeln und Strauchwerk umgebenen Bank nieder, die den„römiſchen Bädern“ gegenüber angebracht war, und blickte träumeriſch nach den Thermen hin, durch deren weite Fenſterbogen die Thürme der Stadt ſichtbar waren. Die Abendſonne beleuchtete das längliche Viereck der Ruinen und die runden Thürme, welche einen der noch erhaltenen Vor⸗ ſprünge einfaſſen, mit roſigem Schein. Die magiſche Durchſichtigkeit herbſtlicher Lichter lag auf der Land⸗ ſchaft, und Martha empfand die Schönheit der Um⸗ gebung, wie ein krankes Kind Ausruhen an der Mutter Bruſt. Ihre gepreßte Stimmung löſte ſich in Weich⸗ heit, das liebliche Lebewohl das der Herbſt der Erde ringsum gab, drang in ihr Gemüth und ſtimmte es bereitwilliger zu dem Scheiden, das ihr drohte. Sie empfand ein Verzichten, als ſei mit den fallenden Blät⸗ tern, mit den ziehenden Wandervögeln alles vorbei, als gäbe es keine Wiederkehr der abgeſponnenen Lebens⸗