Teil eines Werkes 
3. Bd. (1876)
Entstehung
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Ich mußte lachen. Was finden dieſe Halb⸗Genie's nicht alles intereſſant! Die ſpröde Virtuoſität der klei⸗ nen Polin ließ mich, ſeit ich deren abenteuerliche Kind⸗ heitsgeſchichte angehört, kälter als zuvor, und ich machte mich davon, als zum zweiten Theil geſtimmt wurde. Kraft ohne Grazie, war der Eindruck den ich mit hin⸗ wegnahm.

Wenige Jahre ſpäter erfüllte ſich mir ein langge⸗ hegter Wunſch: ich wurde an den Lehrſtuhl nach Bonn berufen. Nur ein Rheinländer weiß, wie man ſich lebens⸗ lang nach den ſonnigen Gauen des Rheines zurückſehnt, wenn Einem dort die Wiege geſtanden; ich war glück⸗ lich, der Heimath, des Lebens froh wie nie. Wem ginge nicht das Herz auf, wenn der deutſche Strom im Son⸗ nenlicht vor ihm funkelt, wenn die rebengrünen Berge niedergrüßen, und rings vom Ufer, aus jedem vorüber⸗ gleitenden Nachen Laute der Fröhlichkeit ertönen! Dann die ſternhellen Nächte, wo epheubekränzte Ruinen im Mondlicht ſchimmern, und von alten Sagen und Geſchichten flüſtern! Und nun all der Sang und Klang am Rhein! Von der Prozeſſion, die der hoch⸗ gelegenen Kapelle zu wallfahrtet, bis zum Pfingſt⸗ Muſikfeſte immer gleiches Bedürfen, Nehmen und Geben, immer gleiche Huldigung der ſchönſten aller Heiligen, der divina Cäcilia! Endlich athmete ich wie⸗