Teil eines Werkes 
2. Bd. (1876)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

273

Zuchthausſtrafe und Erſatz der entwendeten Gelder verurtheilt.

Die Lage der Kalden'ſchen Familie hatte ſich durch dieſe Wendung der Dinge auch äußerlich weſentlich verbeſſert. Der Ertrag des inzwiſchen vortheilhaft verkauften Hauſes, ſelbſt ein Theil der Caution blieb ihnen unverkürzt, und wenn ihnen auch keine Wohl⸗ habenheit in Ausſicht ſtand, ſo durften ſie wenigſtens ohne bange Sorgen in die Zukunft blicken.

Frau Kalden war entſchloſſen, ihrem früheren Plane treu zu bleiben, und ſich in ihrem Geburtsſtädt⸗ chen niederzulaſſen. Litta ſollte ſie dorthin begleiten, bis nach Beendigung des Krieges bei ihr bleiben, dann aber nach Cöln abreiſen, ſobald Oſterfeld, der ſich gegenwärtig als Artiſt einer illuſtrirten Zeitſchrift in Frankreich aufhielt, nach dem Rheine zurückgekehrt ſein würde. Dieſe Pläne wurden wiederholt beſprochen, wenn die Frauen in Paula's Zimmer zuſammenſaßen, und von der Gnädigen mit Rath und That kräftig unterſtützt.

Als das neue Jahr mit noch immer todternſter Stirne herangezogen war, ließ Clara ſich nicht mehr halten. Bedrückt von den reichen Geſchenken, womit die Gnädige ſie und ihre Kinder zum Weihnachtsfeſte überſchüttet, mehr bedrückt noch durch die ſeltſame Lage,

Godin, Frauenliebe und Leben. II. 18