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„Dieſen Fetzen Papier tauſchte ich nicht um Tau⸗ ſende! Wiſſen Sie denn, was uns ſo unglücklich ge⸗ macht, gnädige Frau? Kalden's Ruf ſtrengſter Recht⸗ lichkeit, ſein geregeltes Privatleben hätten ihn vor je⸗ dem Verdacht als den der Fahrläſſigkeit bewahrt, wenn ſich nicht unter ſeinen Privatpapieren ein Brief ge⸗ funden, der als Beweis galt, daß er um die Defrau⸗ dation gewußt. Was half all ſein Betheuern, ſolchen Brief nie empfangen, nie veranlaßt zu haben— das Schriftſtück war da und zeihte ihn der Lüge. Keine Spur des Schreibers, keine Spur der Hand, in welche die entwendeten Gelder gefloſſen, war zu entdecken, und mein Mann wurde nur frei geſprochen wegen Mangel an Beweiſen! Den Beweis aber, der ihn rei⸗ nigt, hat Gott jetzt in unſere Hand gelegt, dies un⸗ ſcheinbare Blatt iſt— das Conzept des lügneriſchen Briefes! Leſen Sie!“
Die Gnädige ſtreckte die Hand nach dem Papiere aus. Mit jedem Worte, das der leidenſchaftlich erreg⸗ ten Frau entſtrömte, wuchs ihre Spannung, und mit zuſammengezogenen Brauen prüfte ſie nun das Blatt, auf welches ſo hoher Werth gelegt wurde. Vielfach durchſtrichen und corrigirt, auf beiden Seiten eng be⸗ ſchrieben, am unteren Rande durchriſſen, wodurch die
letzten Zeilen fehlten, war es zweifellos ein mit großer 17


