Teil eines Werkes 
2. Bd. (1876)
Entstehung
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kühlen vermochte, brüteten über Stadt und Land. Nur in den früheſten Morgenſtunden, wo eder köſtliche Reiz des Sommers ſich mit erfriſchenden Lüften vereinte, war der Aufenthalt im Freien wirklicher Genuß. Litta kehrte erfriſcht vom Seebade zurück, das ihr ein momentanes Vollgefühl von Jugend und Wohlſein hinterlaſſen. Die blaue, ſpiegelglatte See, welche die Glieder ſo wonnig umſchmeichelt, der lichte Himmel, der ſich wie eine Glocke über der ſtillen Meerenge wölbt, das kleine Inſeldorf, am grünen Ufer der langhinge⸗ ſtreckten Küſte ruhend, die fröhliche Kinderſchaar, die noch ſo gern vor Beginn der Schule ihren Nixenreigen ausführt Alles hatte ſich vereint, das junge Herz raſcher ſchlagen zu laſſen, als dies unter der Bürde dieſer letzten Monate je der Fall geweſen. Mit leichtem Schritte wanderte ſie nun heimwärts durch die Anlagen der Brunnenau, und zögerte da und dort, um den Duft der reichblühenden Blumen⸗Parterre's, den hundertſtim⸗ migen Geſang der Vögel voll zu genießen. Keine lebende Seele war außer ihr auf den gepflegten Pfaden zu ſehen; noch hielt Bequemlichkeit oder Geſchäftigkeit die Stadtbewohner in ihren Häuſern. Eine Nachtigall ſchlug. Die ſüßen Töne feſſelten Ohr und Sinn der Einſamen; ihnen zu lauſchen, ließ ſie ſich in einer der grünen Lauben nieder und träumte Freund⸗

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