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liebſte Mutter, Du warſt uns immer Halt und Stiütze, es lebt ein Gott im Himmel, wenn es in uns, wenn es um uns am dunkelſten iſt, finden wir ihn näher als im Lichte, das habe ich in dieſen Schmerzenstagen tief erkannt!“
Clara zog ihr Kind zu ſich auf und küßte die reine Stirne.„Ich danke Dir!“ ſagte ſie gelaſſen.„Du haſt doppeltes Recht, mich zu mahnen, wie die Chriſtin tragen ſoll, denn auf Deinem jungen Herzen laſtet mehr, als auf uns Allen! Nein— nicht mehr, Litta!“ rief ſie und barg das ſchwere Haupt an der Tochter Bruſt—„Deine Schmerzen ſind auch die meinen, der Jugend und des Alters Leid glühen und fröſteln zu⸗ gleich durch meine Seele!— Wie Gott will.— Er, der uns durch die dunkle Erde hilft, wenn wir aus⸗ geathmet, kann auch durch die dunkle Gegenwart hel⸗ fen!— Gäbe es nur nicht ſo viel Unerklärliches! Be⸗ ſtehlung einer Kaſſe mag öfters vorkommen, von Un⸗ terſchlagung, falſcher Buchführung habe ich ſchon ge⸗ hört. Wie es aber möglich werden konnte, all' dieſe Geldrollen aus der Kaſſe zu entführen und mit anderen zu erſetzen, deren Siegel ganz correct ſind— wer jenen perfiden Dankesbrief geſchrieben, von dem Nichts zu wiſſen Dein Vater hoch und heilig betheuert, das faſſe ich nicht! Wer hat das Geld genommen? Wer konnte
Godin, Frauenliebe und Leben II. 15


