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ihrer Wangen war erblichen, doch lag der ſüßeſte Ju⸗ gendſchmelz auf den zarten, durchgeiſtigten Zügen, ſie war holder als je. Um die leicht geöffneten Lippen ſchienen ungeſprochene Worte faſt ſichtbar zu ſchweben, während ſie eifrig die Seiten füllte. Eine Thräne löſte ſich aus den geſenkten Wimpern und ſiel auf das Brief⸗ blatt; ſie achtete es nicht, als aber bald darauf die Wanduhr zum Schlagen aushob, fuhr ſie zuſammen, legte die Feder hin und blickte auf.
Das Gefühl für Aeußerliches, welches im erſten neuen Schmerz erſtirbt, drängt ſich wunderſam in das dumpfe Wehgefühl angenommener Thatſachen, faſt, als gälte es, das erſtarrende Bewußtſein zu ſchärfen. Dann ſcheint Alles, was den Menſchen umgibt, ihn zu miß⸗ handeln— jeder Federſtrich hallt wieder, das Knarren eines Fenſterladens wird zum Schrei, das Gurren einer Taube zur Todtenklage.
Litta ſah um ſich. Die tiefe Stille im Zimmer, die regungsloſe Geſtalt der Mutter, die flüſternde, kaum im Umriß erkennbare Gruppe der, ſonſt ſo lärmenden, in dieſem Augenblick gleichſam ſcheu zuſammengekauer⸗ ten Schweſterchen fiel mit einer Gewalt auf ihr Herz, daß ſie den Kopf auf den Tiſch ſinken ließ und bitter⸗ lich zu weinen begann.
Ein Klopfen an der Thür ließ ſie in die Höh


