Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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ſeiner Eltern gab von Neuberg den Militärdienſt auf, um ſich mit ſeiner Geliebten verbinden zu kön⸗ nen. Es geſchah und die beiden jungen Gatten be⸗ zogen Schloß Locznitz, das Heiratsgut der Gräfin. Sechs Jahre hatten ſie dann in glücklicher Ehe ver⸗ lebt, als endlich die lang vergeblich gewünſchte Hoff⸗ nung auf die Geburt eines Kindes ſie auf den Gi⸗ pfel der Glückſeligkeit hob. Aber die Erfüllung die⸗ ſer höchſten Freude brachte in ihren Folgen für den jungen Gatten das Ende ſeines Glückes und das größte Leid ſeines Lebens. Die Geburt Richard's koſtete ſeiner Mutter das Leben. Der troſtloſe Gatte fand zwar im Anblick ſeines Kindes ſo viel Beru⸗ higung, daß ſein brennend heißer Schmerz ſich in heftige Thränen ergießen konnte, und die Aehnlichkeit des Knäbchens mit der Mutter löſte die Qualen der Ver⸗ laſſenheit in ſtillere Wehmuth auf, aber dennoch fühlte er das Bedürfniß, ein Weſen um ſich zu ſehen, das mit ihm trauern, mit ihm um die Verſtorbene weinen könne. Er hatte von Kindheit an ſeine einzige Schwe⸗ ſter zärtlich geliebt, und bat nun ſeine Eltern, ſie ihm zum Troſt und ſeinem Kinde als mütterliche Pflegerin zu ſenden. Die Eltern konnten es dem tiefgebeugten Sohne nicht abſchlagen, die ſehnlich erwartete Schweſter traf bald darauf bei ihm ein