ſchreiben, weil er glaubt ſames Herz der Nahrung bedürftig ſei und Dir im⸗ mer nahe bei ſich glauben müſſe, die es erkennen und verſtehen. Wir entbehren Dich recht ſehr, be⸗ ſonders der Vater, obgleich er mir es zu verbergen ſucht. Es iſt das Erſtemal, daß Du von ihm ent⸗ fernt biſt und er hat Niemand um ſich, der ihm dieſen Verluſt vollſtändig erſetzen könnte. Ich biete zwar Alles auf, aber mein Gemüth iſt ſelbſt zu ſehr be⸗ laſtet, als daß ich erheiternd auf ihn wirken könnte. Oft nehme ich mir vor, heiter zu ſein um ſeinetwil⸗ mißlingt mir mein Vorſatz. So geſtern, als wir des Abends hinausgingen nach der Gegend hin, wo man die Ausſicht auf das Ge⸗ birge hat. Es war ein herrlicher Anblick Was mich beſonders anſprach, war die feierliche Stille bei aller Schönheit in der Natur. Wie nun die Sonne ſank, da entſtand eine ſo ſchöne Dämmerung, daß es einen ganz weich um's Herz ward und wir entzückt hinaus⸗ ſchauten nach dem verſchwindenden Gebirge, um das die Schleier der Nacht ſich legten. Wir wollten uns wegbegeben und kehrten um. Da ließ ſich nahe bei uns eine leiſe Muſik hören, die ganz wunderbar in die Stimmung einſtel, die mich ergriffen hatte.
Da konnte ich nicht länger an mich halten und ließ
—


