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ſtreng verhört, und wenn er ſchuldig befunden war, ſoglelh verurtheilt wurde, wobei die Vollziehung dem
Spruche alsbald folgte. Ohne wieder mit irgend Je⸗
mand in Verbindung zu kommen, ward der Verur⸗
theilte durch die heimlichen Gänge des Pallaſtes und über die Seufzerbrücke, von deren vergitterrem Fen⸗ ſter aus er zum letzten Male den Himmel ſeiner Hei⸗ math erblickte, unter die ſchauderhaften Bleidächer gebracht, oder ſogleich hingerichtet und in nächtiger Dunkelheit in das Meer verſenkt. So verſchwanden oft Glieder der edelſten Familien, ohne daß dieſe es wagen durften, ein Wort gegen die Beſchlüſſe des Rathes zu äußern. Wie mancher Unſchuldige ſiel als Opfer dieſer furchtbaren, geheimnißvollen Macht, und ſelbſt das Haupt der Republik konnte ihr nicht ſich widerſetzen! Müßte doch ſelbſt der unglückliche Doge Francesko Foscari zweimal ſeinen eigenen tapferen Sohn, Nodrigo, der in einem Seegefechte gegen die Türken fälſchlich des Hochverraths angeklagt wurde, auf die Folter ſpannen und in den Qualen derſelben zuletzt ſterben ſehen, ohne ſich widerſetzen zu können, und Marino Falieri gab das ſchreckliche Beiſpiel, daß das Oberhaupt den eiſernen Einrichtungen des Staa⸗ tes eben ſo unterthan ſei, wie jeder andere, Aber nur durch dieſe Entſetzen erregende Strenge, durch Familie Schaller. I. 11


