390
40) Kaffee. Der Kaffee wächſt auf Sumatra wild und wird von den dort eingeborenen Stämmen auch zu einem Getränk benutzt, aber ſonderbarer Weiſe nicht in ſeinen Fruchtkernen, wie wir ihn gebrauchen, denn die Kaffeebohne iſt nur der Doppelkern einer kirſchenartigen Frucht des Kaffeebaumes, ſondern in ſeinen jungen Blät⸗ tern, wie wir den Thee gebrauchen, ſo daß ſie ſich da⸗ durch gewiſſermaſſen einen Kaffee⸗Thee herſtellen. Der Geſchmack ſoll auch dem Thee ziemlich gleichkommen.
41) Sirihblätter. Die Sirih oder indiſche Betel i*ſt eine pfefferartige Pflanze, deren Blätter dem Bohnen⸗ blatt ähnlich ſind. Die Eingeborenen kauen ihn leiden⸗ ſchaftlich gern in einer bunten Miſchung von Arekanuß, Kalk, Tabak und einem anderen ausgekochten Pflanzen⸗ ſtoff. Ihre Zähne bekommen dadurch eine röthliche Fär⸗ bung und ihr Athem eine widerliche Süße, aber ſie finden es hübſch, wie der Nordamerikaner ſein ebenſo entſetzliches Tabakkauen.
42) Menſchenfreſſer nennt man ſolche wilde und fleiſchfreſſende Thiere, welche ſchon einmal Menſchenfleiſch gekoſtet haben und es nun jedem anderen vorzuziehen ſcheinen. Man nimmt an, und es hat ſich auch durch Erfahrung beſtätigt, daß alle wilden Thiere urſprünglich den Menſchen ſcheuen; haben ſie aber erſt einmal, durch Hunger getrieben oder vielleicht durch einen Zufall dazu gebracht, dieſe Scheu überwunden, dann ſoll es ihnen auch ſo ſüß ſchmecken, daß ſie mehr zu erlangen ſuchen.
43) Der Reis iſt dem Indier, was die Brodfrucht dem Südſeeländer, die Kartoffel dem armen Iren und Deutſchen, der Fiſch dem Eskimo, die Torowurzel dem Sandwichsinſulaner, die Eichel dem Californier, das Fleiſch dem Pampasindianer und Gaucho. Ohne den Reis zum Eſſen könnte der Indier kaum beſtehen, mit ihm aber, trocken in Waſſer abgekocht und in ein Blatt eingerollt,
“


