Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
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ſchwerer Zunge und geſchloſſenen Augen, und endlich verrieth auch ſein Schnarchen, wie der ermattete Körper dem Schlummergott unterlegen war.

Mehrere Stunden mochten ſo entſchwunden ſein tiefe Ruhe herrſchte auf der kleinen Anſiedelung kein Laut wurde gehört, nur das monotone Quaken der Fröſche und dann und wann der Ruf eines auf Beute ausgehenden Nachtvogels unterbrach das Schweigen. Der Mond, zeitweiſe durch vorbeiziehende Wolkenſchleier verhüllt, ſandte ſeine matten ungewiſſen Strahlen über die Lich⸗ tung, und es ſchien faſt, als ob er ſelbſt da oben müde würde und ſich hinabſehne in ſein kühles, laubiges Bett.

Da ſchlich leiſe und vorſichtig eine dunkle Geſtalt über den ſchmalen freien Raum, der die Wohnung von dem benachbarten Dickicht trennte. Lautlos war ihr Schritt, geräuſchlos jede ihrer Bewegungen, und als ſie die nur angelehnte Thür errcicht hatte, ſtand ſie, dicht an den Pfoſten geſchmiegt, ſtill, und lauſchte wol mehrere Minuten lang auch dem leiſeſten Athemzug im Innern der Hütte. Dann erſt, als ſich dem ſcharfen Ohre nichts Verdächtiges darbot, öffnete der Verbrecher mit ſicherer Hand die Pforte, und ſchluüpfte hinein.

Druck von G. Pätz in Naumburg a+.