Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
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etwas ſpät am Morgen und ziemlich erſchöpft von dem langen Ritt zuruͤckkehrte, beſchloſſen worden, gleich nach Tiſche aufzubrechen und Livelys zu beſuchen, mit denen Mrs. Dayton ſchon in früherer Zeit in Indiana befreundet geweſen.

Die kleine Familie hatte noch nicht lange ihr einfaches Mit⸗ tagsmal beendet, und der erſt vor einigen Stunden zurückgekehrte Squire eben zwei wiederum für ihn eingetroffene Briefe geleſen und in die Bruſttaſche geſchoben, als Pferdegetrappel vor der Thür gehört wurde und Adele an's Fenſter ſprang, zu ſehen, wer es wäre, der vor ihrem Hauſe anhielt. Kaum hatte ſie aber den Blick hinab⸗ geworfen, als ſie auch überraſcht ausrief:

„Mr. Hawes— bei Allem, was da lebendig auf der Erde berumläuft.— Nein, ſo Etwas iſt noch gar nicht dageweſen!“

„Und wer iſt denn Mr. Hawes?“ frug Squire Dayton lächend, „der iſt wirklich noch nicht dageweſen. Da Du übrigens den Gentleman ſo gut zu kennen ſcheinſt, ſo biſt Du es auch vielleicht, deretwegen er uns hier aufſucht.“

„Das iſt ſehr leicht möglich“— agte Adele unbefangen.— „Seine Frau war meine beſte Freundin, Du mußt ſie noch von früͤher her kennen, Hedwig— Marie Morris— des alten reichen Morris Tochter. Wiſſen möcht' ich aber, was ihn nach Arkanſas bringt. Ich glaubte, er wäre ſchon lange in Louiſiana auf ſeiner Plantage.“—

„Nun, da kommt er ſelbſt und wird Dir das Räthſel wol löſen,“ ſagte Squire Dayton. Wirklich wurden auch im nächſten Augenblicke die leichten ſchnellen Schritte auf der Treppe gehört, und gleich darauf trat nach kurzem Anklopfen, und ohne faſt das einladende„Herein“ zu erwarten, derſelbe junge Mann in die Stube, den wir ſchon heute Morgen, freilich unter einem andern Namen, in der Miſſiſſippi⸗Niederung gefunden haben.

„Miß Adele!“— rief er, und ſchritt ſchnell und die Hand ihr entgegenſtreckend auf die Dame zu—„es freut mich herzlich, Sie