Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

108

alſo trauſt Du wirklich Deinem Richard nicht mehr? nun gut— der Gegenbeweis ſoll Dir werden.— Schicke den Knaben, wann Du willſt, an's Land— er ſoll freien Aus⸗ und Eingang haben, und mag Dir ſagen, wie er mich dort geſehn; biſt Du damit zu⸗ frieden?“

„Und die Fremde?“

„Sander begleitet mich,“ ſagte Kelly ſinnend mit ſich ſelber redend,„nun gut, ſie mag bei Dir bleiben, bis Blackfoot zurück⸗ kehrt— dann aber widerſetze Dich auch nicht länger einer Maß⸗ regel, die nur zu Deinem wie zu unſer aller Beſten gegeben ward Zürnt Georgine nun noch ihrem Richard?“

„Du böſer— lieber Mann“— rief das ſchoͤne Weib, und ſchlang ihren Arm um ſeinen Nacken—„wer kann Dir zürnen, wenn Du ſo freundlich biſt?“

„So komm denn, Geliebte,“ flüſterte lächelnd der Capitain— „komm und laß jeden böſen, jeden unfreundlichen Gedanken in dieſem Kuſſe ſchwinden. Wir haben von außen drohenden Gefahren zu begegnen, laß uns wenigſtens hier innen in Frieden und Liebe leben und Kräfte ſammeln zu dem letzten entſcheidenden Schritt, zu Sicherheit und Ruhe!“

*******

Vor der Wohnung des Capitains ſtanden indeſſen, in ihre warmen Matroſenjacken gehüllt, zwei Geſtalten— es war Black⸗ foot und Bolivar, der Neger.

„Alle Wetter, Maſſa,“ ſagte der Letztere, während ex ſich der läſtig werdenden Mosquitos zu erwehren ſuchte—„ich möchte wiſſen, ob Maſſa Kelly noch was beſorgt haben will heute Abend oder nicht.“—

„Hab' Geduld, Burſche,“ brummte der alte Bootsmann und knüpfte ſich feſter in ſeine Ueberjacke ein—„wirſt doch warten