Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Der Eine der Männer war noch jung und kräftig, kaum äalter als drei oder vier und zwanzig Jahre, und ſeine Tracht verrieth eher den Bootsmann als den Jäger. Der kleine runde und niedere Wachstuchhut, mit dem breiten flatternden Band darum, ſaß ihm keck und leicht auf den krauſen blonden Haaren. Die blaue Ma⸗ troſenjacke umſchloß ein paar Schultern, deren ſich ein Herkules nicht hätte zu ſchämen gebraucht, und das rothwollene Hemd wurde von einem ſchwarzen ſeidnen Halstuch, wie die weißen ſegeltuchnen Beinkleider von einem ſchmalen feſtgeſchnallten Gurtel, über den Hüften zuſammengehalten. Dieſer trug zu gleicher Zeit noch die lederne Scheide mit dem einfachen Schiffsmeſſer und vollendete den ſeemänniſchen Anzug des Fremden.

Daß er aber auch in den Wäldern heimiſch, bewieſen die ſauber

gearbeiteten Moccafins, mit denen ſeine Füße bekleidet waren, wie

die von ſeiner Hand erlegte Beute, ein ſtattlicher junger Bär, der vor ihm ausgeſtreckt auf dem blutgefärbten Raſen lag. Ein großer, ſchwarz und grau geſtreifter Schweißhund aber ſaß daneben und hielt die klugen Augen noch immer feſt auf das glücklich er⸗ jagte Wild geheftet. Die heraushaͤngende Zunge, das ſchnelle heftige Athmen des Thieres, ja ſogar ein nicht unbedeutender Fleiſchriß an der linken Schulter, von dem die klaren Blutstropfen noch langſam niederfielen, bewieſen übrigens, wie ſchwer ihm die Jagd geworden, und wie theuer er den Sieg über den ſtärkeren Feind erkauft habe.

Der zweite Jäger, ein Greis von einigen ſechzig Jahren, wurde allerdings an Körperkraft und Stärke von ſeinem jüngern Beglei⸗ ter übertroffen. Trotzdem ſah man aber keiner ſeiner Bewegungen das vorgerückte Alter an. Seine Augen glühten noch in faſt jugend⸗ lichem Feuer, und ſeine Wangen färbte das blüͤhende Roth der Ge⸗ ſundheit. Nach Sitte der Hinterwäldler war er in ein einfach baumwollenes Jagdbemd, mit eben ſolchen Franzen beſetzt, lederne Leggins und grobe Schuhe gekleidet. In ſeinem Gurtel ſtak aber