Druckschrift 
Amerikanische Wald- und Strombilder / von Friedrich Gerstäcker
Entstehung
Einzelbild herunterladen

423

ich finden konnte, ſtand das Waſſer anderthalb bis zwei Zoll, und Jedermann wird eingeſtehen müſſen, daß das immer noch feucht war; ich kauerte mich daher unter einem halbumgeſtürzten, ſchräg liegenden Baumſtamm, der wenigſtens die fürchterlichſten Re⸗ gengüſſe von mir abhielt, nieder, obgleich ich auch ſchon beſſere Dächer, als er war, geſehen habe, und verſuchte zu ſchlafen. Zu ſchlafen? ja, wenn ich das einen Verſuch nennen will, daß ich einige Male die Augen zumachte; an wirkliches Schlafen war aber natürlich unter ſolchen Verhältniſſen nicht zu denken; zwar trug ich noch ein Stück gebratenes Hirſchwildpret bei mir, fühlte aber nicht den minde⸗ ſten Appetit, es zu verzehren, und erwartete ſehnend und vor Froſt ſchüttelnd den anbrechenden Morgen.

Nitternacht mochte es ſein, als ich, ſeit der Dämmerung, die erſten Wölfe wieder hörte ſie ſchienen ganz in der Nähe zu ſein und heulten jäm⸗ merlich; die armen Beſtien mochten wohl auch naſſe Füße haben; ſo gleichgültig war ich aber gegen ihre Nachbarſchaft, ſo abgeſtumpft gegen jede, nur er⸗ denkliche Gefahr geworden, daß ich es nicht einmal der Mühe werth hielt, das Meſſer aus der Scheide zu ziehen, ſondern ruhig ſitzen blieb und abwartete, was ſie thun würden, denn ſchon der Gedanke, mich zu bewegen, war mir gräßlich. Es mochten ſechs oder ſieben Wölfe ſein ſo viel verſchiedene Solo⸗