Teil eines Werkes 
3. Bd. (1861)
Entstehung
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364. Langſam wanderten ſie den Gang hinab, der aus dem Friedhof führte, und Hedwig trocknete die Thränen die noch an ihren Wimpern hingen. Für den Friedhof ſind ſie ein ſchöner, ehrender Schmuck, aber draußen auf der Straße darf man ſie der kalten, fremden Welt nicht zeigen. Was kümmert ſich die auch um des Nachbars Leid.

Der Wagen brachte ſie raſch wieder ein Stück in die Anlagen hinein. Dort aber bat Wagner ſeine Frau auszuſteigen, da ſie die übrige Strecke zu Fuß zurücklegen wollten.

Es geht ſich ſo wunderhübſch zwiſchen dieſen blühenden Hecken, ſagte er,und dort drüben habe ich auch in einer ſchattigen Laube unſer Mittagsmahl beſtellt. Wir brauchen deshalb den Wagen erſt wieder, wenn er uns abholen ſoll.

Von Herzen gern, ſagte Hedwig, jetzt zum erſten Mal ſich umſehend in welcher Gegend ſie ſich befanden,aber dann wird die Kathrine auf uns warten.

Ich habe ſchon Alles beſtellt, hier hinüber, wir biegen in dieſe Straße ein.

Hedwig zögerte. Die Richtung mußte ſie an ihrer alten Wohnung vorüber führen, und ſie fühlte ſich kaum ſtark genug der ſchmerzlichen Er⸗ innerung jetzt ſtandhaft zu begegnen. Aber ſie

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