Teil eines Werkes 
2. Bd. (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

feſt darauf, daß Sie keinen Deut davon zum Trunk verwenden.“

„Sie wollen kein Verſprechen von mir Herr Wagner“ ſagte Nitſchke ernſt,„und ich fühle auch, daß ich das Recht verſcherzt habe, ein ſolches abzulegen.— Haben Sie nur Geduld mit mir, weiter verlange ich Nichts, denn ich muß nicht allein neue und reine Kleider, ich muß auch einen neuen und reinen Menſchen anziehen.“

„Genug— hier iſt das Geld,“ ſagte Wagner — übrigens ſind wir ziemlich von einer Größe, und ich denke, daß Ihnen etwas von meinem leichten Sommerzeug wohl paſſen wird, damit Sie wenigſtens heute anſtändig erſcheinen können. — Kommen Sie mit in mein Schlafzimmer.“

„Herr Wagner,“ ſagte Nitſchke in dem er ſei⸗ nes neuen Beſchützers Hand trotz deſſen Wider⸗ ſtreben ergriff, während ihm die großen, hellen Thränen von den Wangen niederrollten—„wenn ich Ihnen das je vergeſſe.“

„Keine Verſprechungen,“ lachte aber Wagner gutmüthig,„ich bin jetzt ſelber neugierig, ob ich mehr aus Ihnen bilde wie Kuhn, deſſen Er⸗ ziehung doch am Ende Nichts getaugt hat—“ und ſich von Nitſchke losmachend, ſchritt er dieſem voran in das nächſte Zimmer, ſeinen neuen

Unter dem Aequator. II.