Teil eines Werkes 
2. Bd. (1861)
Entstehung
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Hedwig befänd ſich indeſſen in einer unſag⸗ baren Aufregung, denn einen ganz anderen Em⸗ pfang hatte ſie ſich bei ihrer Landung in Bata⸗ via gedacht und vielleicht gefürchtet, das Begegnen ihres künftigen Gatten zwiſchen fremden Menſchen. Noch nie hatte dabei der Gedanke, welchen kühnen und faſt unweiblichen Schritt ſie gethan, indem ſie dem Rath ihres alten Freundes Scharner folgte, mit ſolcher Centnerſchwere auf

ihrer Seele gelegen, wie gerade jetzt, da er ſich

ſeiner Entſcheidung nahete, und wäre es ihr in dieſem Augenblick noch möglich geweſen, ihn zu⸗ rück zu thun, ſie würde es ungeſäumt und ohne weiteres Bedenken ausgeführt haben. Aber es war zu ſpät zu ſpät zu zögern, zu bereuen; die Kugel rollte, und ihr Geſchick mußte ſich jetzt erfüllen.

Aengſtlich muſterte ſie dabei die Geſtalten der Europäer, die ſie erſt am Zollhaus traf, und de⸗ nen ſie dann ſpäter unterwegs begegnete, ob ihr beſtimmter Gatte ſich vielleicht ungekannt ihr nä⸗ hern wolle, ſie, ehe er ſich ihr vorſtellte, erſt ein⸗ mal zu ſehen. Aber nur gleichgültige Geſichter waren es, auf die ihr Auge traf, und völlig allein fühlte ſie ſich, als ſelbſt der alte Lockhaart ſo kalt und theilnahmlos, wie er ſich auf der ganzen 1