335 danke ſein Hirn durchzuckte—„was willſt Du jetzt wieder hier auf Atiu— Wi Wi— biſt Du gekom⸗ men die Mutter zu ſuchen oder— oder willſt du— Dein Kind mit Dir nehmen in die fremde kalte Welt hinaus?“
Renés Blick haftete mit unendlicher Wehmuth auf den lieben Zügen des holden Mädchens, das die letzten Worte gehört und ſich ſchüchtern zu ihrem Pflegevater wandte.
„Fort von Dir, Vater?“ ſagte ſie dabei—„fort von Aia— von Mutters Grab?— ich darf nicht— ich habe ihr verſprochen ihr Lieblingsplätzchen da oben zu halten wie es iſt.“
„Ja“ ſetzte der kleine Mann finſter, und doch mit angſtgepreßter Stimme hinzu—„ja— Du kannſt ſte jetzt fortnehmen mit Dir— Du haſt vielleicht das Recht dazu, und— ſie iſt auch jetzt faſt ſo alt wie ihre Mutter damals war— gerade alt genug um auch draußen die Sprache der Wi Wis und der Beretanis zu lernen, und fremde Kleider zu tragen und ſich elend zu fühlen— wie ihre Mutter. Hier hat ſie freilich Nichts anderes getrieben als Tapa machen und ſingen und tanzen und fröhlich ſein, und beten Abends wenn ſie dem Grab der Mutter gute
Nacht ſagte; ſie weiß Nichts weiter, als was wohl
einen der jungen Burſchen hier auf der Inſel glücklich


