„Aia!“ rief Sadie erfreut und doch auch vor⸗ wurfsvoll—„Du böſes, böſes Kind, wo haſt Du ſo lang Dich herumgetrieben in der Welt, daß Du gar nicht mehr an Deine Sadie gedacht?“
„Und ich wollte ich müßte auch jetzt nicht an Dich denken“ ſagte das Mädcher leiſe und ſie kämpfte dabei hart mit ſich, eine aufſteigende, ihr ſonſt faſt fremde Rührung zu verbergen.
„Und weshalb, Aia?“ frug Sadie.
„NMach ihr das Herz nicht wieder ſchwer, Du wunderliches Kind“ ſagte aber Rene jetzt, ihr leiſe mit dem Finger drohend,„biſt ſolch ein tolles Ding wenn Du da draußen herumtobſt, unter den wilden die wildeſte, und wie ein anderer Geiſt ſcheint es über Dich zu kommen, wenn Du dieſe Schwelle be⸗ trittſt.“
„Du haſt mir und ihr auc noch Vorwürfe zu machen, nicht wahr, Du böſer, nichtsnutziger Wi Wi?“ rief aber das Mädchen, trotzig ſich die Locken aus der Stirn ſchüttelnd und mit zornigem Blick ihn an⸗ blitzend—„Wehe über Dich; aber die Strafe bleibt Dir nicht aus, und dann denk' an mich, dann er⸗ ſchein' ich Dir in Deinen Träumen und quäle und martere Dich, trockne Dir Falten in die Wangen und bleiche Dir das Haar— denk an Aia.“ „Tolles Mädchen was haſt Du?“ lachte aber
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