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wo der Welt Stolz die Zügel faßt und dem ewigen Verderben mit raſchen flüchtigen Schritten entgegen⸗ eilt. So lebe denn wohl Prudentia— die Stunde ſchlägt die Dich jenem ſtillen freundlichen Inſellande wieder zuführen ſoll— möge es dieſelbe ſein, die Dich auch wieder zu Gottes Vaterhuld znrückführt. So bete zu ihm, daß er Dir gnädig Deine Sünden vergeben möge und behalte und wahre ihn in Deinem Herzen, der das Licht iſt und Heil und die Hoffnung der Gläubigen in aller Ewigkeit— Amen.“
Und mit dieſen Abſchiedsworten hob er das Kind, das Sadie indeſſen wieder an ſich genommen, zu ſich auf, küßte und ſegnete es, gab es der Mutter zurück, neigte noch einmal die Hand gegen ſie, und den finſter dabei ſtehenden, den Gruß kalt erwiedernden Gatten und ſchritt dann langſam durch den Garten, durch
deſſen Pforte er bald darauf verſchwand. Sadie aber lehnte ihr Haupt leiſe an des Gatten Bruſt und flüſterte mit weherfüllter Stimme: 4
„Oh René, Du haſt mir weh, recht weh gethan, mit Deinen heftigen, undankbaren Worten—
„Undankbar Sadie?“
„Er hatte es ſo gut um uns gemeint, und Du haſt ihn ſo kalt und heftig abgewieſen.“
„Täuſche Dich nicht, mein Lieb,“ ſagte Rent, ſte feſt an ſich preſſend—„der ſtolze Prieſter meint's


