Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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„Aber wie ſoll ich nur ſelbſt in dieſen Lumpen in die Stadt gehen, ſagte Hohburg, indem er mit einem dankenden Blick und Thränen in den Augen ihre Hand drückte.—

„Du haſt das nicht nöthig,“ erwiederte ihm die Frau—„kaum eine halbe Stunde von hier, wenn Du gleich links dem breiten Weg folgſt und Dich zwiſchen den Fenzen hältſt, kommſt Du zu einem kleinen Laden, wo billige Kleidungs⸗ ſtücke feilgehalten werden.— Du mußt auch von dem Gelde noch genug übrig behalten, uns ein Brod mitzubringen, denn ich habe nicht einmal ein Stück mehr für das Kind im Hauſe, zum Abendeſſen. Aber ſo viel bleibt Dir ſchon, denn ſolche Kleider ſind erſtaunlich billig hier im Lande. — Doch wirſt Du auch gehen können?“ unter⸗ brach ſie ſich plötzlich, ihn beſorgt anſehend— Du ſcheinſt noch ſchwach und erſchöpft. Lieber bleibt es bis morgen; Du ruhſt Dich heute noch aus, und ich gehe ſelber nach dem Brode.“

„Nein, mein Kind,“ ſagte Hohburg, ſeinen Hut von dem Koffer nehmend, auf dem er lag, „ich bin ſtark genug, und die friſche Luft draußen wird mir überdies wohl thun und mich kräftigen. Ach, Louiſe, wenn ich nur wüßte, wie ich das wieder gut machen ſollte, was Du jetzt für mich

Gerſtacker. III. 3.