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meh viel, und wir wohnen nicht mehr ganz allein im Buſche drin wie hier.“—
„Geh hinaus, mein Herz,“ ſagte jetzt die Mutter, die einen Augenblick allein zu ſein wünſchte, um ſich zu ſammeln,„und hole mir einen Trunk friſches Waſſer— aber nimm Dich in Acht, daß Du nicht fällſt.“*
„Der Mond ſcheint ja, Mama,“ ſagte Lieschen, die, der Bitte raſch gehorchend, einen Blechbecher nahm und der Thür zuſprang,„ich kenne ja doch unſern Waſſerplatz.“
Das Kind lief hinaus, der Mutter den friſchen Trunk zu holen, und dieſe blieb indeß, das ſor⸗ genſchwere Haupt in die Hand, den Ellbogen auf den Tiſch ſtützend, zurück, und ſchaute, während die Arbeit im Schooſe ruhte, ſtill und traurig vor ſich nieder.
Aber Lieschen hätte ſchon zurückſein können— war es ihr doch auch faſt, als ob ſie draußen die Stimme von Sprechenden gehört. Sie rich⸗ tete ſich raſch und erſchreckt empor und horchte nach dem verhangenen Fenſter hinüber— draußen ſprach eine Mannsſtimme und das Kind ant⸗
wortete. Als ſie raſch nach der Thür wollts, kam ihr Lieschen hier ſchon entgegen.—
„Mit wem ſprachſt Du, Lieüchen— wer war draußen?“


