Teil eines Werkes 
4. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24 Körper, eine Leiche, deren Umriſſe ſich deutlich durch das enganſchließende Tuch erkennen ließen.

um dieſe aber herum ſtanden, von eben demſelben mat⸗ ten Lichte überſtrahlt, zwölf junge Männer— Studenten, die Ravoni aus den verſchiedenen mediciniſchen Schulen und aus den verborgenſten Winkeln der gewaltigen Stadt zuſam⸗ mengeleſen, und für ſich gewonnen hatte. Alle zeichnete die hohe Stirn und bleiche Wange aus, Aller Augen hingen mit fieberhafter, unnatürlicher Gluth an den Blicken des eintre⸗ tenden Meiſters, der gewußt hatte, ihre Seelen für ſich zu gewinnen, während er ihre Phantaſie mit wunderbaren, unbegreiflichen Bildern erfüllte und ſie glauben machte, er freite ihren Geiſt von den irdiſchen, lähmenden Feſſeln, die ihn bis jetzt gefangen gehalten und an das Kalte, Starre, Wirkliche gefeſſelt hätten, während er ihn doch immer feſter,

nur immer unzerreißbarer in Banden ſchmiegte, die keine

Gewalt mehr und keine Zeit brechen konnte, da ſie ſich in ihre Nerven, in ihre Fibern eingeſogen und nur mit ihrem Leben wieder zernichtet werden konnten.

Schweigend führte Ravoni den jungen Arlington in den Kreis der Eingeweihten, ſchweigend reichten ihm dieſe ihre Hand, aber nur halb bewußt erwiederte er den Gruß— ſeine Blicke hafteten an dem Körper, an den Außenlinien jener ſanften, weiblichen Formen, die der Schleier deckte und auf's Neue ſtahl ſich jene, ihm ſelber unbegreifliche Furcht