14
Sie legten, was ſie trugen, auf den Tiſch, und jedes Auge konnte klar und deutlich die Umriſſe eines Leichnams erkennen, deſſen ſtarre Glieder unter den Falten eines wei⸗ ten, weißen Oberrocks verhüllt lagen.
Ein leichter Schritt ward jetzt in dem engen Gange, durch welchen Me Torniquet und Byrnewood eingetreten, gehört, im nächſten Augenblick ſtand Ravoni deſſen oliven⸗ farbene Wangen ein etwas lebhafteres Roth als gewöhnlich übergoß, neben dem Tiſch, und der donnernde Beifallsruf der Menge begrüßte ihn.
Ravoni ſah den beiden Männern, welche die Leiche ge⸗ bracht hatten, in's Auge. Ihre Geſichter würden ſie in ir⸗ gend einer andern chriſtlichen Gemeinde an den Galgen ge⸗ bracht haben, ſo wüſt und tückiſch ſchauten ſie d'rein. Ihre Bärte waren ſeit Tagen nicht raſirt, und langes, ſtruppi⸗ ges, fuchsrothes Haar hing über ihre Stirnen nieder, und gab ihrem ganzen Aeußeren etwas ungemein Widerliches und Abſtoßendes. Die Blicke ſcheu auf den Boden geheftet, ſchien ihnen ſchon die Gegenwart anderer, lebender Weſen, peinlich.
„Von woher habt Ihr dieſen Körper!“ flüſterte Ra⸗ voni leiſe.
„Aus dem„Armen⸗Mann'’s⸗ Grab“, antwortete der Größte der Leichenräuber;—„Ew. Gnaden wiſſen, s'iſt ein Grab dort, das den Doktoren gehört. Irgend Jemand, der im Armenhauſe ſtirbt und keinen Freund hat, kommt da


