Teil eines Werkes 
4. Bd. (1851)
Entstehung
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Alterchen, ich will Ihnen eine Vorleſung über Volks⸗Leicht⸗ gläubigkeit halten. Haben Sie ſchon einmal den Namen des Signor Ravoni nennen hören?“

„Sa!“⸗

„Er kam vor etwa einem Jahr hier, Gott weiß wo⸗ her, in dieſer Stadt an. Gut— dieſer Italiener, oder Franzoſe) oder Jude, oder Türke— was weiß ich, ſetzt kaum ſeinen Fuß in das Weichbild dieſer, unſerer guten Stadt, als auch ſchon der Teufel los iſt. Er ſetzt alle Fa⸗ cultäten in Erſtaunen— wirft, was wir früher für Wiſſen und Gelehrſamkeit hielten, über den Haufen, zupft die Theologie am Bart, und macht mit einem Worte Alles was und wie er es will und für gut hält.“

„Wie aber fängt er das an?“

„Das iſt ja gerade das Geheimniß. Er kam ungebeten in unſere mediciniſchen Säle, und erwieß ſich als einen ka⸗ pitalen Wundarzt und famoſen Anatomen. Niemand wagt, ihn über ſein früheres Leben zu befragen, denn er hat etwas ſo unbeſchreiblich Kaltes, Abſtoßendes in ſeinem Auge, daß wenig Menſchen den Muth haben, ihm nur recht ernſt und feſt hineinzuſehen.“

„Sie ſprachen von ſeiner Theologie?“

„Oh Theologie oder Jurisprudenz; er kennt Alles aus dem Grunde, und ſtößt die feſteſten Beweiſe mit ſo kühner Hand um, daß alt aufgebaute Wahrheiten in ihren inner⸗

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